Es weihnachtet in Neumünster
Zeugen eines unerwarteten Ereignisses wurden die Besucher des Neumünsteraner Weihnachtsmarktes am Sonnabend, den 14. Dezember 2013. Ein weißbärtiger Mann, ganz in rot gekleidet und mit einem großen Sack ausgestattet, schritt langsam durch die Buden mit Glühwein, Gebäck und Bienenwachskerzen. Er schien etwas zu suchen, doch die in den weihnachtlich geschmückten Buden ausgestellten wohlriechenden Erzeugnisse waren es nicht. Vielmehr waren die kleinsten Besucher des Weihnachtsmarktes sein Ziel: die Kinder. Schon strahlten die Augen der Kleinen, als sich der Mann im roten Wams näherte, denn die Kinder kannten ihn: Es war niemand anders als der Weihnachtsmann!

Obgleich seine Anwesenheit eigentlich für diese Zeit nichts Ungewöhnliches darstellt, scheint sich der Mantel des Vergessens über die Existenz des Weihnachtsmannes gelegt zu haben. Abgesehen von den Kindern, waren es vor allem junge Eltern, die sich an den Gesellen mit der roten Zipfelmütze erinnern konnten. Daher war es für sie auch ganz natürlich, daß sich der äußerlich etwas wortkarg wirkende, aber sehr kinderliebe Weihnachtsmann den Kleinen näherte, um sie zu beschenken. Voller Freude bedankten sich die Kinder für die leckeren Süßwaren. Doch auch die Erwachsenen gingen nicht leer aus, denn die Begleiter des Weihnachtsmannes hatten interessanten Lesestoff für sie dabei. So wurden den Eltern höchst informative Flugblätter der heimatliebenden Partei NPD ausgehändigt.

Denn der Weihnachtsmann war nicht allein erschienen. 7 Helfer waren in seiner Nähe. Es waren aber weder Wichtel, noch Rentiere, sondern samt und sonders Funktionäre und Mitglieder der inländerfreundlichen NPD bzw. Freunde dieser einzigen nennenswerten Oppositionspartei. Diese 7 Begleiter des Bärtigen vom Nordpol versorgten auch die übrigen Gäste des Weihnachtsmarktes auf dem Großflecken in Neumünster großzügig mit NPD-Broschüren und sonstigem Informationsmaterial. Außer den Kindern und deren Eltern konnten die meisten Besucher mit dem Auftauchen des Weihnachtsmannes allerdings nicht ganz soviel anfangen. Die auf dem Weihnachtsmarkt anwesenden Polizeibeamten waren über seine Anwesenheit daher auch etwas überrascht und so wurde der Mann im roten Filz gebeten, sich auszuweisen! Hatten die Polizisten ihn aufgrund seiner - entfernt einer Burka ähnelnden - tief ins Gesicht gezogenen Mütze möglicherweise mit gewaltbereiten Salafisten verwechselt, die ihre freiheitsfeindliche Religion hier im Rahmen ihrer kulturbereichernden Integration verbreiten wollen? Oder hielten die Beamten den Beschenker der Kinder aufgrund der Farbe seiner Kleidung am Ende für einen kriminellen Linksextremisten? Wie auch immer, die Situation konnte schnell geklärt werden und der Weihnachtsmann war schon wieder auf dem Weg, die nächsten Kinder zu erfreuen.




D. Nordhorn

16.12.2013
 
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