Gentechnik geht alle an
Viele halten die Thematik Gentechnik für eine Angelegenheit, mit der sich bestenfalls Sympathisanten der Grünen oder Landwirte befassen. Das könnte man so stehen lassen, wenn Gentechnik kein Thema wäre, von dem unsere Zukunft abhängt.

Gentechnik kommt in vielen Bereichen zum Einsatz und nimmt dabei verschiedene Formen an. Mal wird versucht, mit Begriffen für Verwirrung zu sorgen, mal werden Kritiker als Ahnungslose hingestellt. Grundsätzlich bleibt aber ein Fakt bestehen: Dort, wo über die Gefahren und Risiken von Gentechnik informiert wird, wächst der Kreis derer, die diese Technik ablehnen. Und das Wort "Technik" besagt eben auch, daß es sich nicht um einen natürlichen Vorgang handelt, sondern um einen technischen. Auch wenn der Begriff "grüne Gentechnik" das Gegenteil ausdrücken soll.

Verwirrung mit Begriffen

Die Verfechter der Gentechnik haben sich entschieden, den verschiedenen Einsatzgebieten bestimmte Farben zuzuordnen. Während man die Farbe Grün für den Bereich Landwirtschaft wählte, steht die "rote Gentechnik" für die Medizin, die weiße für den Bereich Arzneimittel, die "graue Gentechnik" für den Industriebereich und die blaue für die Anwendung der Gentechnik im maritimen Bereich, also in Fischzucht und Meeresbiologie. Zwar werden die Einsatzgebiete relativ klar umrissen, Ziel dieser gentechnischen Farbenlehre war aber die Verwirrung. Denn besonders bei der so genannten "grünen Gentechnik" entsteht unweigerlich der Eindruck, es handle sich um etwas Gutes. Denn die grüne Farbe wird mit Natürlichkeit verbunden, ist also positiv besetzt.

Aus diesem Grund wird von Kritikern der Gentechnik für den Bereich der Landwirtschaft der Begriff Agro-Gentechnik verwendet. Agro leitet sich dabei vom lateinischen "agrarius" ab und bedeutet soviel wie "die Felder betreffend". Und gerade der Bereich des Landbaus ist der Gentechnik beinahe schutzlos ausgeliefert. Auch bei kleinsten Versuchsfeldern kann es zur Auskreuzung kommen. Das bedeutet, daß sich durch Pollenflug und andere natürliche Vorgänge, die genmanipulierten Erbanlagen der Pflanzen verbreiten können. Aber auch durch Wildtiere ist die Gefahr der unkontrollierten Ausbreitung gegeben. Kein Versuchsfeld kann gegen Mäuse, Hamster oder andere Kleintiere gesichert werden.

Amflora-Kartoffel wird weiter angebaut

Nachdem die Genmaissorte MON810 verboten wurde, hofften viele auf einen konsequente Haltung der Verantwortlichen auch in Hinblick auf den fortgesetzten Anbau der genmanipulierten Amflora-Kartoffel. Diese wird aber weiterhin in Mecklenburg angebaut, auch wenn es in der Vergangenheit immer wieder zu Verstößen gegen die Vorschriften kam. So konnten beispielsweise nach der offiziellen Ernte der Genkartoffel, liegen gebliebene Kartoffeln von Spaziergängern ungehindert aufgesammelt werden. Für Wildschweine wäre das ein gefundenes Fressen, da diese den "abgeernteten" Acker ebenfalls durchwühlen konnten. Auf diesem Weg würde sich die Gentechnik in der Natur verbreiten und wäre auch nicht rückholbar.

Genau darin besteht die Gefahr: Einmal losgelassen, verbreiten sich die manipulierten Gene ungehindert. Die Folgen sind nicht absehbar, denn die Auswirkungen, welche die Genmanipulation auf Mensch und Natur hat, sind bisher unerforscht. An verantwortlicher Stelle verfährt man aber nach der Maßgabe, die Gentechnik als ungefährlich zu deklarieren, solange keine Gefährdung bekannt ist. Gleichzeitig aber sorgt man auf diese Weise schrittweise dafür, daß ökologisch wirtschaftenden Landwirten die Existenzgrundlage entzogen wird. Finden sich beispielsweise Spuren von genmanipulierten Pflanzen in Honig, so darf dieser nicht verkauft, sondern muß vernichtet werden. Ähnliches gilt für alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse, die als Bio-Produkte vermarktet werden.

Es gibt keine Koexistenz!

Die Gentechnik stellt eine aggressive Technik dar, die sich rasend schnell ausbreitet und andere Formen der Landwirtschaft mittelfristig verdrängen wird. Es sei denn, man würde der weiteren Anwendung der Gentechnik, außerhalb von Laboren, einen Riegel vorschieben. Aber danach sieht es nicht aus. Die schwarz-gelbe Bundesregierung spricht sich in ihrem Koalitionsvertrag klar für die Förderung der Gentechnik aus. Die Folgen dieser Vorgehensweise sind heute noch nicht absehbar, aber deshalb nicht weniger besorgniserregend.

Der Weg in die Abhängigkeit

Wie weit fortgeschritten die Anwendung der Gentechnik ist, zeigt nicht nur ein Blick in den Bereich der Pharmaindustrie. Es reich auch aus, wenn man einmal über den großen Teich nach Amerika schaut. In den USA gibt es de facto keine Bio-Bauern mehr. Durch die permanente Auskreuzung ist eine Vermarktung von Bio-Produkten vielfach unmöglich geworden. Und in den USA hat die Gentechnik-Industrie eine starke Lobby. Der "Marktführer" im Bereich der Agro-Gentechnik, der Konzern Monsanto, hat seinen Sitz ebenfalls im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Von dort aus überzieht er, gemeinsam mit anderen Konzernen, die ganze Welt mit genmanipuliertem Saatgut und führt so einen gnadenlosen Verdrängungskampf.

Für die Gutmenschen existiert daher das Argument, man würde den weltweiten Hunger nur durch den Einsatz dieser neuen Technologie erfolgreich bekämpfen können. Das Gegenteil ist allerdings der Fall. Bauern geraten in die totale Abhängigkeit, da sie das Saatgut nicht selbstständig vervielfältigen dürfen. Für den Einsatz des Saatgutes werden hohe Lizenzgebühren verlangt und zu allem Überfluss kann das einzige Insekten- und Unkrautvernichtungsmittel auch nur über den Konzern geordert werden. Denn die Genpflanzen haben die Eigenschaft nur mit einem bestimmten Mittel "zusammenzuarbeiten". Bei Monsanto nennt sich dieses Gift "Roundup", womit alle anderen Pflanzen vernichtet werden, nur die Genpflanze überlebt diese Giftspritze.

Der Mensch ist, was er ißt!

Neben Gen-Mais und Gen-Kartoffeln gibt es noch viele andere genmanipulierte Nutzpflanzen, z.B. Soja. Soja kommt vielfach als Futtermittel für Rinder zum Einsatz, da es eine hochwertige Eiweißquelle darstellt. So werden beispielsweise die Rinder mit Gen-Soja gefüttert, die später als Bürger bei McDonalds landen. Weltweit! Nun gibt es natürlich neben der Tatsache, daß das Rindfleisch im McD-Burger von mit Gen-Soja gefütterten Tieren stammt, auch noch andere Gründe, warum auf einen Besuch beim goldenen M verzichten könnte. Aber viele Zeitgenossen begreifen immer erst dann, wenn sie selbst betroffen sind. Insofern ist auch hier breite Aufklärung geboten, denn die Gensequenzen durch das Kurzbraten des Hackfleischklopses nicht beseitigt. Und die Spätfolgen sind nicht absehbar.

Nur soviel sei gesagt: Einer der ersten Bauern, die in Deutschland Gen-Mais anbauten und diesen, da er damals nur als Futtermittel zugelassen war, an seine Milchkühe verfütterte, ist heute ein strikter Gegner der Agro-Gentechnik. Grund dafür ist, daß er darauf vertraute, daß das zugelassene Futtermittel ungefährlich sei. Aber nach einiger Zeit der Fütterung mit Gen-Mais ließ die Milchleistung der Kühe nach, es kam vermehrt zu Fehlgeburten und zu Missbildungen. Euter brachen auf und es fand sich immer öfter Blut in der Milch. Letztlich verstarben die Tiere und der Stall war irgendwann leer.

Ursache war ein Gift im Gen-Mais, welches eigentlich gegen einen Schädling wirken sollte, nach mehr als einem Jahr Fütterung aber zu den beschriebenen Auswirkungen auf die Kühe führte. Welche Auswirkungen mittel- und langfristig die Genmanipulation auf den Menschen hat, mag man sich vor diesem Hintergrund gar nicht vorstellen.

Genfraß - nein, danke!

Wer sich für den Fortbestand unseres Volkes einsetzt und auch wem das Wohl der "Weltbevölkerung" am Herzen liegt, muss sich auch mit den Fragen der Nahrungsmittelsicherheit auseinandersetzen. Dazu gehört es, daß die "wunderwirkende" Gentechnik kritisch hinterfragt wird. Denn bisher sieht es so aus, daß der einzige Nutzen der Gentechnik darin besteht, daß internationale Saatgut-, Chemie- und Pharmakonzerne damit unvorstellbare Profite erwirtschaften. Und gerade für uns Volkstreue steht nicht die Profitmaximierung im Mittelpunkt unseres Wollens, sondern der Nutzen für unser Volk. Die konsequente Ablehnung des Einsatzes der Gentechnik außerhalb von geschlossenen Laboren, muss zur Selbstverständlichkeit werden.




Quelle: NPD-Landesverband M-V

04.01.2010
 
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